LernCoaching in Berlin

LernCoaching in Berlin

Martin Kurth und ist LernCoach und Lerntherapeut von ZENTRAL-lernen. In diesem Video zeigt er dir, wie das LernCoaching in Berlin nach dem ZENTRAL-lernen-Modell funktioniert. LernCoaching – das ist eine individuelle Lernhilfe für Schüler und Studenten.

 

 

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Optimales Lernen – die vier Phasen

Optimales Lernen

Das Lernen passiert grundsätzlich in 4 Phasen:

  1. Phase: unbewusste Inkompetenz
    In dieser Phase bin ich mir noch gar nicht bewusst, dass ich den Inhalt noch gar nicht kann – vielleicht kenne ich noch nicht einmal den Inhalt.  Ich weiß noch gar nicht, was ich noch nicht kann.
    Beispiel: Wenn ich noch keine Fahrräder kenne, weiß ich auch noch nicht, dass ich nicht auf ihnen fahren kann…
  2. Phase: bewusste Inkompetenz
    Jetzt weiß ich, was ich noch nicht kann. Das hilft mir noch nicht viel weiter – aber zumindest werden mir jetzt die Inhalte erstmalig erläutert.
    Beispiel: Jetzt weiß ich zumindest schon einmal, was ein Fahrrad ist, genauso stelle ich aber fest, dass ich mich damit nicht fortbewegen kann.

    Radfahren lernen

    c) by CREAPRO

  3. Phase: bewusste Kompetenz
    Wenn ich mich voll und ganz auf die Sache konzentriere, bekomme ich sie hin. Ich kann es, wenn ich mit meiner Aufmerksamkeit zu 100% bei der Sache bin.
    Beispiel: Wenn mir jemand genau sagt, was ich wann machen muss und ich mich nur auf das Fahrrad, das Treten in die Pedale und das Halten des Gleichgewichts konzentrieren brauche, kann ich (ein wenig) Fahrradfahren.
  4. Phase: unbewusste Kompetenz
    In dieser Phase nehme ich die Fähigkeit als selbstverständlich hin. Ich beherrsche diese Fähigkeit, kenne mich mit allen Eventualitäten aus und erledige die Aufgabe auch gern mal nebenher.
    Beispiel: Ich kann beim Fahrradfahren auch auf den Verkehr achte, (mit einem Headset) telefonieren und mir schon überlegen, was ich mir zuhause zum Abendbrot machen werde.

Wenn es unser Ziel ist, Experte sein zu wollen, wollen wir die vierte Phase erreichen. Nur so ist gewährleistet, dass ich auch noch genügend Aufmerksamkeit für die Anwendung und alles drum herum aufbringen kann. Für optimales Lernen gelten die gleichen Regeln.

LernCoaching

c) by CREAPRO

Bevor wir in die Schule kommen, wissen wir noch gar nicht so recht, was wir dort alles lernen werden. Wir können es auch noch nicht, denn die Fähigkeiten, die wir uns bis hierher angeeignet haben, sind uns zumeist “nebenher” in Fleisch und Blut übergegangen. Jetzt aber in der Schule werden wir aufgefordert zu lernen. Einigen, die gute Vorerfahrungen haben und vielleicht auch schon zuhause darin unterstützt wurden, sich eine Fähigkeit anzueignen, fällt dieser Prozess jetzt relativ leicht. Den anderen allerdings wird ihre Inkompetenz in Sachen “Lernen” anhand der Rückmeldung durch Noten relativ schnell bewusst (Phase 2). Nur wenige Schülerinnen und Schüler bringen derart viel Widerstandsfähigkeit auf, sich aus dieser Phase hinaus zu erheben und verharren während der Schulzeit in der bewussten Inkompetenz.

optimales lernen

c) by CREAPRO

Optimales Lernen hingegen passiert mit Spaß und Freude, mit Begeisterung und Interesse an der Sach, die es zu lernen gilt. Und diese Geisteshaltung sollte bei Jedermann gefördert werden. Nur so kann durch die mühsame Erfahrung in der dritten Phase die Expertenphase 4 erreicht werden, in der alles mühelos und leicht von der Hand zu gehen scheint. Optimales Lernen muss damit beginnen, eine neue Einstellung zum Lernen zu entwickeln. Und eben diese Einstellung sollte dann den Nährboden für immer weitere Lernerfolge liefern, bis es von ganz allein zu guten Noten und immer besseren Lernergebnissen kommt.

In meiner Arbeit als Lerntherapeut kommen häufig schwer gebeutelte Kinder mit massiven Lernstörungen (Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie oder Dyskalkulie) zu mir. Diesen Kindern wird in der Schule immer wieder vor Augen geführt, dass sie die an sie gestellten Anforderungen nicht bewältigen können. Das zermürbt, senkt die Lebensqualität, die Freude am Lernen und die eigene Motivation (Warum sollte ich mir Mühe geben, wenn ich ohnehin nachher bescheinigt bekomme, dass ich es nicht kann?).

An dieser Stelle setzte ich mit LernCoaching/LernTherapie an – Kinder und Jugendliche sollten positive Lernerfahrungen machen dürfen und sich selbst darin erleben, wie sie in der bewussten Kompetenz (Phase 3) gut zurecht kommen. Mit der Zeit kann sich dann auch optimales Lernen entwickeln – als Ergebnis häufiger, motivierter und immer stärker gewollter Lernprozesse.

Wie aber entwickeln diejenigen optimales Lernen, die (glücklicherweise) nicht von Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyskalkulie betroffen sind? Auch hier müssen  positive Lernerfahrungen gemacht werden. Es gibt viele Lerntechniken, die den Spaß am Lernen fördern und sowohl die Funktionen der rechten als auch der linken Gehirnhälfte nutzen. Die Wirksamkeit dieser Lerntechniken wird durch immer weitere Ergebnisse der Gehirnforschung bestätigt. Optimales Lernen nutzt natürlich Gehirnprozesse und die eigenen individuellen Begabungen und Stärken, um mit dem Lernstoff effektiv umzugehen.

Optimales Lernen geht deshalb leicht von der Hand, weil es Spaß macht – und weil unser Gehirn nichts lieber tut, als zu lernen. Allerdings nur dann, wenn der Lernprozess auch so abläuft, dass er im wahrsten Sinne des Wortes “gehirn-gerecht” ist.

Die vier Phasen für optimales Lernen sollen nun ersteinmal ein grundlegendes Verständnis liefern, um dann im nächsten BLOG-Beitrag einen handhabbaren Ablauf für wirklich optimales Lernen zu erhalten.

Faule Jungen – fleißige Jungen… eine Stellungnahme

Fleißge Jungen, faule Jungen?

Mit der Fragestellung ob es nun fleißige Jungen und faule Jungen gäbe -unter dieser Überschrift veröffentlichte der Berliner Tagesspiegel am 4.4.2013 den Beitrag eines Mitarbeiters am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aus mehreren Gründen möchte ich dessen Ansichten nicht nachzeichnen, sondern zum Anlass für eigene Reflektionen nehmen.

2009 hat das Familienministerium der schwarzgelben Bundesregierung ein “Jungenreferat” eingerichtet. Da dieses Ministerium häufig durch populistischen Aktionismus in die Nachrichten drängt, ist es nicht besonders aufgefallen, dass der Referatsgründung in der Praxis bis heute kaum etwas nachfolgte.

Pädagogische Institutionen hatten längst festgestellt, dass unser Bildungssystem Jungen benachteiligt, was Förderung als Konsequenz nahelegt. Mehrere Studien belegen, dass Mädchen im Schnitt in der Schule disziplinierter, fleißiger und motivierter sind. Sie haben eine höhere Lern- und Leistungsbereitschaft, verbringen mehr Zeit mit Hausaufgaben, arbeiten mehr als verlangt wird, sind besser auf den Unterricht vorbereitet. (Jungen “glänzen” hingegen mehr bei der Arbeitsvermeidung und beim Zuspätkommen zum Unterricht, finden sich stärker an Förder- und Hauptschulen.)

Aber die Zusammenhänge dazu sind vielschichtig und durchaus nicht auf Deutschland beschränkt:

  • Die Elternerziehung spielt vor allem dann eine Rolle, wenn sie geschlechterspezifische Klischees und damit eine verzerrte Selbstsicht befördert (Bsp.: Überlegenheit, Entscheidungsdominanz – es ist nachgewiesen, dass viele Eltern >beide Teile!< Jungen für intelligenter halten als Mädchen und sie danach behandeln)

Wird einem Kind nämlich suggeriert, dass seine Leistungen auf “natürliche Begabung” zurückzuführen sind, strengt es sich in der Folge weniger an (betrifft viele Jungen). Wird dem Kind hingegen suggeriert, dass seine Leistung auf konsequentes Lernen zurückzuführen ist, wird es bereitwilliger und motivierter lernen (betrifft viele Mädchen).

Manche Jungen sehen aus ihrer Sozialisation heraus Lernanstrengung als Beweis für das Fehlen natürlicher Begabung, die sie gern für sich in Anspruch nehmen. Fleiß gilt ja als eine Sache für Mädchen. So strengen sich Mädchen also im Schnitt stärker an als Jungen – und erzielen damit bessere Erfolge. Und die Jungen stehen sich mit ihrer Selbstgefälligkeit für bessere Lernerfolge selbst im Wege.

Sind das denn wirklich faule Jungen? Nein! Aber richtige Förderung muss her!

Hier genau setzt das Konzept von Zentral-lernen im Hintergrund an. Dadurch dass die Kinder erleben, dass man durch gezieltes “Lernen lernen” danach leichter, besser und erfolgreicher lernt, steigen Motivation und Erfolg. In dem beschriebenen Rollenbild profitieren die Mädchen, weil das neue Lernen viel weniger Mühe bedeutet und besser funktioniert – die Jungen empfinden sich weniger mühen zu müssen als Erleichterung und gehen motivierter mit.

  • Der Mythos, dass Mädchen Mathe und Naturwissenschaften “schlechter können”, ist einfach falsch

Mädchen sind nämlich in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern ähnlich gut wie Jungen, mögen sie aber weniger und studieren sie seltener. Hier “hilft” den Jungen ggf. Ihr Selbstbild: sie vertrauen darauf, Aufgaben bewältigen zu können, auch wenn sie ihnen Schwierigkeiten bereiten (Pisa-Gender-Studie 2009).

  • Jungen müssen mehr Leistung bringen, um die gleichen guten Noten oder eine Gymnasialempfehlung zu bekommen (fleißige Jungen?)

Diese Erkenntnis ist schon lange und breit belegt, aber ihre Ursachen sind nicht eindeutig erklärt. Dass eine “Feminisierung” der Erziehung von Jungen der alles erklärende Grund ist, wird so rigide nur von wenigen behauptet. Allerdings ist zu beachten:

a – Gerade bei Alleinerziehenden fehlt für Jungen oft der “Vater” bzw. ein männliches Pendant als Identifikation und positives Rollenbild.

b – Die öffentlichen Erziehung, da sind sich Bildungsforscher und Praktiker einig, ist in Deutschland weiblich geprägt, insbesondere bei der frühkindlichen Erziehung in Kitas mangelt es meist an einem positiven Gegenüber gleichen Geschlechts.

c – Hirnforschung und die Erkenntnisse zur kindlichen Entwicklung belegen, dass der Grundschulalltag besondere Erschwernisse für die “Natur” von Jungen bedeutet.

d – Auch wird allgemein nicht in Abrede gestellt, dass eine wachsende Zahl von Lehrerinnen eine Ausrichtung des Unterrichts an Eigenschaften und Bedürfnissen von Mädchen vollzieht.

e – Niemand wird bestreiten, dass Jungen “schwieriger zu führen” sind als Mädchen (manche Eltern atmen sogar dankbar auf, wenn Fachleute stark pubertierenden Jungen eine Wahrnehmungseinschränkung der Realität bis hin zu momentaner Unzurechnungsfähigkeit bescheinigen). Für eine Lehrkraft wiederum bedeuten “schwierige Kandidaten”, “Störer” und “freche Jungen” eine Arbeitserschwernis, die die Sympathiewerte senkt, den Umgang miteinander angespannter gestaltet. Gerade “schlechtes Benehmen” können Jungen bisweilen gut.

Keine noch so gute pädagogische Ausbildung kann so etwas ausgleichen. Erfahrungen zeigen, dass “Förderung” bei Jungen wirksam wird durch ein entspanntes partnerschaftliches Verhältnis und intensiveren Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften. Grundlegender Wandel zu beidem ist in unserem Bildungssystem nicht realistisch zu erwarten.

  • Ausschluss durch “bildungsferne Herkunft”?

Lassen Sie mich mit einer Bemerkung zu allgemeinen Bildungschancen abschließen. Zu oft fallen da nahezu stammtischhaft Begriffe wie “Migrantenfamilien” oder “bildungsferne Familien” – und jeder denkt sich dazu, was er will.

Niemand kann oder will bestreiten, dass ein Familienumfeld mit prekären finanziellen Verhältnissen, geringer Eltern-Bildung, geringen Deutschkenntnissen, Lebensregeln aus einem anderen kulturellen Hintergrund usw. KEINE guten Voraussetzungen sind für einen guten Bildungserfolg der Kinder in Deutschland.

Aber auch vor solchen Hintergründen gibt es selbstbewusste, aufstiegswillige und lernfähige Jugendliche und deren Unterstützung durch die Eltern. Im weltweiten Vergleich hat die OECD festgestellt, dass ein Drittel der sozial benachteiligten Jugendlichen genug Selbstbewusstsein und Willensstärke besitzt, um sich nicht unterkriegen zu lassen. In vielen Ländern beträgt der Anteil ca. 35%, im OECD-Durchschnitt 31%. In Deutschland dagegen sind laut OECD etwa 22 Prozent der Risikoschüler dieser Gruppe willensstarker Jugendlicher zuzurechnen.

22% – das ist jedes 4. oder 5. aus den Kindern mit ungünstigen Voraussetzungen für guten Bildungserfolg !

 22% der Kinder sind aus sich heraus gut motiviert. Da verbietet es sich doch, abfällige Bemerkungen zu machen.

Diese Kinder brauchen vielleicht nur noch motivierende Anstöße, um erfolgreiche Selbstläufer im Bildungssystem zu werden. Zugegeben: Für den Rest ist eine bessere Bildungs- und Sozialpolitik in unserem Land gefordert.

 Zentral-lernenist ein fachlich geeignetes Werkzeug für gute Lernerfolge. Die Techniken finden Eingang in LernCoachings und in Lerntherapien nach § 35a SGB VIII, auf die ein Rechtsanspruch besteht, wenn ein Kind Teilleistungsstörungen im Bereich Lesen, Schreiben (Lese-Rechtschreib-Störung/Legasthenie) oder in erheblichem Maße Rechnen (Dyskalkulie) offenbart.

Schlaf und seine Bedeutung für Gedächtnis und Lernen

Schlechter Schlaf, schlechtes „Lernen“

 Inzwischen finden Erkenntnisse der Hirnforschung eine breitere Aufmerksamkeit, auch eine größere Verbreitung. (So im Tagesspiegel vom 28.1.2013, S.22 „Schlechter Schlaf, schlechte Erinnerung“).

 Die Hirnforschung weiß schon länger, dass der Schlaf von entscheidender Wichtigkeit ist, Erlebtes = Erlerntes zu speichern. Das geschieht eben nicht, wie man vielleicht zu Großmutters Zeiten dachte, durch das Lehrbuch nachts unter dem Kopfkissen. (Jedenfalls nicht, wenn man vorher nicht darin gelesen hat!)

Positiv für einen Lernerfolg ist, dass man einen Lernvorgang möglichst nicht mit einem anschließenden Reiz-Trommelfeuer auf das Gehirn abschließt. Erlerntes muss im Gehirn „Spuren“ bilden und Wachstumsprozesse (der Synapsen) auslösen. Es leuchtet ein, dass das weniger gut geschieht, wenn man die Prozesse stört, während man ein anderes Reizgewitter folgen lässt. Es sollten also direkt auf die Lerneinheit folgende Fernseh- und Computerspiel-Zeiten noch etwas verschoben werden. Entspannung und „Ruhe“ oder auch sportliche Aktivitäten sind da wirkungsvoller und fördern ein gesundes Lernen.

Was mit dem aktiven Lernen zunächst im Kurzzeitgedächtnis gelandet ist, muss nachfolgend ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Auch wenn man es vielleicht nicht vermutet: man lernt viel im Schlaf.

 Normalerweise verbringt man etwa ein Viertel der Nacht im Tiefschlaf. In dieser Phase werden vermehrt langsame Gehirnströme geschaltet, die den Wechsel ins Langzeitgedächtnis zu bewirken scheinen. Deren Produktion nimmt im Alter ab, die Tiefschlafphasen werden verkürzt. Die neuesten Untersuchungen gehen nun davon aus, dass bei schlechtem bzw. zu kurzem Tiefschlaf die Erinnerungen länger im Kurzzeitgedächtnis bleiben und teilweise „überschrieben“ werden, bevor sie abgespeichert sind.

Den Schlafphasen ähnliche Prozesse werden angestoßen, wenn eine bilaterale Stimulation erfolgt, also die linke und rechte Gehirnhälfte aktiviert wird. Dies kann beispielsweise über bestimmte Musik, wie der wingwave-CD, geführten Augenbewegungen wie beim wingwave-Coaching oder durch bestimmte Bewegungen ausgelöst werden. Besonders zu benennen sind die sogenannten BrainGyms der Edu-Kinesiologie.

Schlafmangel und häufig gestörter Schlaf verursachen also schlechtes Lernen und weniger Erinnerungsvermögen. Ausreichender Schlaf und wenig Aufregung vor der Schlafenszeit verbessern also die Gehirnleistungen. Das sollten Eltern bedenken, wenn sie die Abend- und Einschlafrituale ihrer Kinder organisieren.

Prüfungsangst verhindert Bestleistungen

Eine gewisse Anspannung vor Prüfungen ist durchaus normal, ja sogar wünschenswert, soweit sie dabei hilft, sich zu konzentrieren, zu fokussieren. Wenn diese Aufregung jedoch ein Maß erreicht, dass fast schon Panik einsetzt, dann ist das eindeutig zu viel. Black-Outs und zeitweise Orientierungslosigkeit sind häufig die Folge. Damit tritt dann genau das ein, was man am allermeisten befürchtet hat. Akute Prüfungsangst.

Man weiß inzwischen sehr gut, dass unser Körper intuitiv im Wesentlichen auf Angst mit den „Drei Fs” (aus dem Englischen) reagiert: Freeze (Erstarren), Fight (Kämpfen) oder Flight (Flüchten). Der Umstand, dass man in einer Prüfungssituation keiner dieser drei Optionen wirklich nachgehen kann, verschlimmert das Erleben, der empfundene Stress scheint uferlos. Auf diese Belastung (Stress), die durchaus mit Angst- und Panikattacken vergleichbar sein kann, reagiert das Gehirn mit einer unglaublich heftigen Blockade und verweigert viele kognitive Leistungen, Denkprozesse. Selbst durch Nachdenken gewinnt man dann keinen Einfluss mehr auf die vorher noch leicht abrufbaren Lerninhalte.Die gefühlte Hilflosigkeit verschlimmert den Zustand insofern, als dass nun noch mehr Panik ins Spiel kommt, die Spirale bleibt weiter in Gang gesetzt.

Ähnlich der sich selbst erfüllenden Prophezeiung tritt als Resultat genau das ein, wovor man zuvor schon die ganze Zeit über „Angst hatte“. Kein Wunder! Schließlich befasst man sich, wenn man Prüfungsangst hat, in der Hauptsache damit, wie brutal die Prüfung nun dieses Mal zu scheitern droht. Das Gehirn ist in diesen Dingen sehr kreativ, gräbt alte längst verbannte Erinnerungen aus früheren Tagen aus und erfindet Szenarien, die man sich selbst gar nicht zugetraut hätte – man befindet sich gedanklich tatsächlich in seiner persönlichen Hölle.

Dabei hätte es sich auch ganz anders entwickeln können. Wenn das Gehirn mit positiven Bildern und Erwartungen in die selbe Prüfung hinein hätte starten können, wären die Resultate völlig andere.
Die Erwartung, dass das Prüfungsergebnis auch durchaus positiv sein kann und darf, ist nicht völlig selbstverständlich. Schließlich verbirgt sich in der Vision von Prüfung auch die Möglichkeit des Scheiterns. Dann wäre man von sich selbst enttäuscht.
Hat das Gehirn zu solchen Enttäuschungen bereits viele Referenzerfahrungen, so versucht sich das Unterbewusstsein durch die Konstruktion von Misserfolgs-Szenarien die derbe Selbstenttäuschung zu ersparen, indem es schon von vornherein damit rechnet, dass alles nur Erdenkliche schiefgehen wird. Das Gehirn produziert die Unsicherheit, schafft Angst.

Auch dafür vollbringt es unglaubliche geistige Leistungen,– aber leider keine produktiven! Prüfungsangst kann grundlegend behandelt werden, um aus dem Teufelskreis der Angst und den damit einhergehenden schlechten Resultaten endgültig aussteigen zu können.

Was man gegen Prüfungsangst tun kann

Hierzu ist ist Grundwissen erforderlich, z.B. dass unser Körper nicht gleichzeitig Entspannung und Angst erleben kann. Gerät der Körper in einen Angstzustand, ist es extrem schwierig, wieder in einen Entspannungszustand zu gelangen, wenn man nicht Techniken gelernt hat, womit man sich schnell entspannen kann. Umgekehrt verhält es sich übrigens genauso: In einem Entspannungszustand ist es unmöglich, Angst zu empfinden.
Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training sollten schon vorher geübt worden sein, damit sie innerhalb von wenigen Sekunden abrufbar sind. Ist dieser Entspannungszustand erst erreicht, wird das Gehirn auch nicht mehr von Stresshormonen geplagt und kann seinen kognitiven Leistungen nachgehen, die wir ja von ihm in einer Prüfung erwarten.
Eine Selbstbehandlung der Prüfungsangst ist nicht unmöglich, aber sie ist ungleich schwieriger erlernbar, als in einer professionelle Behandlung.

Diese kennt auch eine leichtere Anwendung: Wem das Einüben von Entspannungsverfahren zu aufwändig ist, der kann in einem Coaching oder einer Psychotherapiestunde von einem Coach oder Therapeuten darin unterstützt werden, statt der Angst einen anderen Fokus zu entwickeln.Auch damit kann es gelingen, die mitunter tief verwurzelten Referenzerfahrungen in einem anderen Licht zu sehen und wieder vollen Zugriff auf das eigene geistige Potenzial zu haben.

Meine erste Wahl zur Behandlung von Prüfungsängsten ist wingwave®, was eine Coaching-Variante von EMDR ist. Mit dieser Methode konnte ich meine Klienten selbst in sehr vielen schweren Fällen innerhalb von ein bis drei Sitzungen von ihrer Prüfungsangst befreien.

Deshalb: Sollten Sie an Prüfungsangst leiden, kann ich nur empfehlen, sich schnellstmöglich eine qualitätvolle Beratung zu suchen. Prüfungsangst lässt sich beseitigen und dauerhaft besiegen Künftige Prüfungssituationen werden Sie entspannt angehen können.

Jede Angstbeseitigung ist nicht nur aktuelle Hilfe, sondern eine Investition in Ihre Zukunft!