Lernen lernen – aus der Forschung

Lernen lernen – Aus der Forschung: Welche Techniken wirklich funktionieren

“Lernen lernen” – damit hat sich nun auch das “Magazin Schule – so leben und lernen wir” in der Ausgabe Nr. 4 August/September 2013 beschäftigt. Auf insgesamt 12 Seiten berichtet das Magazin von verschiedenen Formen des Lerntrainings und stellt Techniken vor, die sich sowohl in der Praxis, als auch in der Lern- und Gehirnforschung bewährt haben.

Zum Thema “Lernen lernen” meldet sich der Neurobiologe Martin Korte zu Wort. So sagt dieser beispielsweise, dass es umso wichtiger sei, zu begreifen warum der Lernstoff wichtig sei, weil so nachhaltiger gelernt werden könne. Eine wesentliche Technik dazu wird ebenfalls vorgestellt: Bei schweren oder frustrierenden Aufgaben, die zu erledigen seien, solle man sich hinsetzen und 10 Gründe aufschreiben, warum ich genau diesen Stoff zu lernen habe und was es mir für andere Lerngebiete bringt. So sei es möglich, die Perspektive zu wechseln. Dass die Frage des “Warum” so wichtig is, wird auch im Lerntraining zum “Lernen lernen” von ZENTRAL-lernen immer berücksichtigt. Auch Lerntechniken können besser und gewinnbringender eingesetzt werden, wenn ich weiß, warum es genau so besonders gut funktioniert und was es mir bringt. Diese Technik allein verschaffe mehr Motivation für den Lernenden.

Lerntypen werden in dem Artikel teilweise kontrovers diskutiert. Zum einen wird benannt, dass die klassische Einteilung in den visuellen, auditiven und haptischen Lerntyp überholt sei – der Neurobiologe Martin Korte allerdings sagt, dass es durchaus so sei, dass über einen bestimmten Sinneskanal der Lernstoff besser aufgenommen werden könne. Jedoch lerne man am allerbesten, wenn möglichst viele Sinne angesprochen würden. Genau dieser Standpunkt ist in den Kursen von ZENTRAL-lernen ebenfalls vertreten. So ist der Lerntypen-Test sicherlich hilfreich, um zu erkennen, welcher Lerntyp ich in welchen Ausprägungen sei, jedoch sollten alle anderen Sinne auch mit in den Lernprozess eingebunden werden, um maximale Resultate zu erreichen.

Martin Korte sagt ebenfalls, dass die junge Generation anders lerne – so sei die Bedeutung von visuellen Medien in den letzten Jahres rasant angewachsen. Das “Bücher-Lernen” sei nicht mehr so gefragt, viel eher gingen junge Menschen in den “Google-Suchmodus” und denken eher darüber nach, wo sie die verlangten Informationen finden könnten, wo hingegen Menschen, die über Bücher gelernt haben, ihr eigenes Faktenwissen anzapften. Die junge Generation tue sich leichter, über Bilder und Icons zu lernen, habe aber mehr und mehr Schwierigkeiten damit, sich zu konzentrieren. Die Konzentrationszeiten seien kürzer geworden und die Ablenkbarkeit stark gestiegen.
Auch zuvor wird in dem Artikel von Lernexperten gesagt, dass ja das Lernen auch in Konkurrenz mit Smartphones, Laptop, Spielekonsolen und anderen neuen Medien stünde und somit häufig die Motivation “zu lernen” nicht so recht aufkomme.

Die Lerntipps für das Lernen lernen – hier in der Übersicht mit eigenen Kommentaren:

1) Aufpassen und mitschreiben
Im Unterricht – das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber häufig nicht. Im Unterricht wird der Grundstein für den späteren Lernerfolg gelegt. Unbedingt sollten Schüler hier lernen, besonders aufzupassen und die wesentlichen Punkte auch mitzuschreiben. Im ersten Modul von ZENRAL-lernen ist das auch einer der Punkte, die aufzeigen, wie solche Notizen idealerweise aussehen sollten.

2) Texte richtig auswerten
Ebenfalls ein wichtiger Punkt – sich anzugewöhnen, die wichtigsten Schlüsselwörter zu markieren spart im zweiten Lesegang das Lesen von unnötigen Wörtern. Wie man sich Texte vernünftig aufbereitet, erfährst du in den Lernen-lernen-Kursen von ZENTRAL-lernen. Einer der wichtigsten Schritte beim Lernen lernen.

3) Die Ordnung des Wissens
Notizen können gehirn-gerecht sein – oder auch nicht. Wenn die erstellten Notizen nicht der Funktionsweise unseres Gehirns entsprechen, werden die Informationen deutlich schlechter aufgenommen. Im Lerntraining von ZENTRAL-lernen erfährst du, warum eine bestimmte Art von Notizen besser geeignet ist als andere und du lernst, wie du sie schnell für dich anwenden kannst.

4) Das Tempo kennen
Hier geht es um das Zeitmanagement und die Lernplanung. Wer seine Lerneinheiten sinnvoll und gehirn-gerecht plant, wird mit Sicherheit bessere Erfolge verzeichnen können. Um Lerneinheiten richtig gut zu planen, sollte ich allerdings auch wissen, wie viele Wiederholungen ich mit einer bestimmten Lerntechnik brauch, um auf das Wissen umfassend zugreifen zu können. Wenn du das lernen möchtest, kannst du dich zu einem LernCoaching anmelden.

5) Wer plant, lernt besser
Die Lernzeiten sollten in einen festen Tagesrhythmus eingetaktet werden. Mit diesem Punkt gehe ich nicht ganz konform. Schließlich sollte sich der Lernplan an mein Leben anpassen. Eine gute Vorlage für eine ideale Lernplanung kannst du demnächst auf ZENTRAL-lernen.de finden. Hier kannst du dann Tagesweise für dich deine passenden Lerneinheiten eintragen.

6) Tricks fürs Gedächtnis
Da gibt es eine ganze Menge von Techniken – und allesamt sind sie sinnvoll um das Lernen lernen zu bereichern. Die Vielzahl von Techniken kann einen Anfänger jedoch schnell überfordern. Zudem gibt es Techniken, die vorab gelernt werden sollten, damit andere Lerntechniken dann leichter funktionieren. In einem LernCoaching sind die Techniken schnell erklärt und du kannst sie noch schneller anwenden. Was würdest du sagen, wenn du 10 neue Begriffe in weniger als einer Minuten lernen könntest? In der richtigen Reihenfolge!

7) Ruhe und Raum – der ideale Lern-Rahmen
Die Lernraum-Gestaltung sollte hell, freundlich und entspannend sein. Handy, Computer, Fernseher und alle anderen Quellen, die die Aufmerksamkeit beeinträchtigen könnten, sollten aus dem Lernraum zumindest für die Zeitdauer des Lernens verbannt werden. Auch ist es durchaus sinnvoll, nach einer Lerneinheit vorerst nicht fernzusehen, facebook aufzusuchen oder sich anderweitig mit Elektronik zu berauschen. Das verhindert nämlich den Transfer von Lerninhalten in das Mittel- bzw. Langzeitgedächtnis. Auf ZENTRAL-lernen.de findest du Tipps, die ein nachhaltiges Lernen fördern können.

8) Motivation
Ohne Motivation geht nichts. Von daher könnte es besonders wichtig sein, wenn du deine Lerntechniken nach dem Konzept von ZENTRAL-lernen begleiten lässt. Dein LernCoach kann dir stets weiterhelfen, wenn es mal eng wird mit der Motivation, du nicht so recht weißt, warum du dich grad nicht aufraffen kannst oder falls andere Ereignisse deine Lernleistungen blockieren. Mentale Unterstützung kann dir langfristig helfen, maximale Motivation aufzubauen und zu erhalten.

 

Effektive Lerntechniken

Effektive Lerntechniken

Effektive Lerntechniken sind diejenigen Lerntechniken, die sich in der Praxis vieler Lerntrainings bewährt haben und nachhaltig einen Zugriff auf das gespeicherte Wissen ermöglichen. In die Schulen haben diese effektiven Lerntechniken allerdings (leider) noch nicht den gewünschten Einzug erhalten. Um jedoch auf dem “aktuellen Stand” zu sein, unterrichten nun allerdings viele Schulen Lern- und Arbeitstechniken, wie beispielsweise Mind-Maps. Leider bleibt hier jedoch der Wissenstransfer häufig aus, wie diese Technik für “alle” Anforderungen des Lernens zu gebrauchen sind. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die unterrichtenden Lehrer selbst ihre Unterrichtsvorbereitungen nicht auf dieser Grundlage erstellen und selbst Mind-Maps und andere unterrichtete Lerntechniken nicht selbst für ihre Bedürfnisse anwenden.

Was sind denn nun effektive Lerntechniken?

Effektive Lerntechniken helfen, Inhalte besser zu verstehen, schneller lernen und begreifen zu könne und den Lernstoff auch nach einigen Wochen noch im Zugriff und abrufbar zu haben. Das steht dem in der Praxis häufig angewandten “Bulimie-Lernen” entgegen, das Studenten und Schüler dazu veranlasst, nur für eine Klausur möglichst zeitnah und möglichst umfangreich viel Wissen im Kurzzeitspeicher zu haben, dann jedoch nach der Klausur umgehend zu vergessen.

Durch die richtigen, effektiven Lerntechniken kann schneller gelernt werden, es können bessere Leistungen in Schule, Studium und Ausbildung erreicht und wesentlich mehr Freizeit genossen werden.

Zu den angewandten Lerntechniken, die in den Kursen von ZENTRAL-lernen zum Einsatz kommen, gehören unter anderem Mind-Maps, ABC-Listen nach Birkenbihl, BrainGyms und andere Techniken zur Integration beider Gehirnhälften, Gedächtnistechniken, wie die Geschichten-Technik oder die Schlüsselwort-Technik zum Vokabellernen oder auch die Routentechnik, mit der alle möglichen Lerninhalte schnell und umfassend in der richtigen Reihenfolge memoriert werden können.

Auch ist es wichtig, möglichst viele Sinne in das Lernen mit einzubeziehen. So greifen die guten, effektiven Lerntechniken hauptsächlich auf den visuellen (sehen), auditiven (hören) und kinästhetischen/motorischen Sinn zu. Dadurch kann das Gehirn das Lernen als eine weitaus umfangreichere Erfahrung abspeichern, die dann auch besser wieder abrufbar ist.

Was fehlt noch, wenn man effektive Lerntechniken einsetzt?

Ich benutze immer wieder die Metapher der eierlegenden Woll-Milch-Sau. In Bezug auf das Lernen, ist diese eierlegende Woll-Milch-Sau für jeden umsetzbar. Dass es allerdings auch trotzdem eine gewisse Bemühung erfordert ergibt sich ja auch daraus, dass man ja später auch selbst die Eier einsammeln, die Wolle schären, die Milch melken und letztlich auch schlachten muss, damit man auch etwas von den Vorzügen hat.

Der Einsatz von effektiven Lerntechniken allein ist noch kein Garant dafür, dass das Lernen gelingt. Hinzugenommen werden muss noch eine strukturierte Form der Lernplanung. Diese schließt auch die Definition der richtigen Lernziele ein. Nur allein durch das Setzen eines anstrebenswerten Zieles kann sich die intrinsische Motivation enorm erhöhen. (Anm. intrinsisch = innere Motivation, extrinsisch = äußere, also von äußeren Anreizen bestimmte Motivation)

In einem runden Lernkonzept sollten nach Möglichkeit alle Punkte berücksichtigt sein, damit die Erfolge das logische Produkt des Tuns werden können. Melden Sie sich zum Lerntraining von ZENTRAL-lernen!

Faule Jungen – fleißige Jungen… eine Stellungnahme

Fleißge Jungen, faule Jungen?

Mit der Fragestellung ob es nun fleißige Jungen und faule Jungen gäbe -unter dieser Überschrift veröffentlichte der Berliner Tagesspiegel am 4.4.2013 den Beitrag eines Mitarbeiters am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Aus mehreren Gründen möchte ich dessen Ansichten nicht nachzeichnen, sondern zum Anlass für eigene Reflektionen nehmen.

2009 hat das Familienministerium der schwarzgelben Bundesregierung ein “Jungenreferat” eingerichtet. Da dieses Ministerium häufig durch populistischen Aktionismus in die Nachrichten drängt, ist es nicht besonders aufgefallen, dass der Referatsgründung in der Praxis bis heute kaum etwas nachfolgte.

Pädagogische Institutionen hatten längst festgestellt, dass unser Bildungssystem Jungen benachteiligt, was Förderung als Konsequenz nahelegt. Mehrere Studien belegen, dass Mädchen im Schnitt in der Schule disziplinierter, fleißiger und motivierter sind. Sie haben eine höhere Lern- und Leistungsbereitschaft, verbringen mehr Zeit mit Hausaufgaben, arbeiten mehr als verlangt wird, sind besser auf den Unterricht vorbereitet. (Jungen “glänzen” hingegen mehr bei der Arbeitsvermeidung und beim Zuspätkommen zum Unterricht, finden sich stärker an Förder- und Hauptschulen.)

Aber die Zusammenhänge dazu sind vielschichtig und durchaus nicht auf Deutschland beschränkt:

  • Die Elternerziehung spielt vor allem dann eine Rolle, wenn sie geschlechterspezifische Klischees und damit eine verzerrte Selbstsicht befördert (Bsp.: Überlegenheit, Entscheidungsdominanz – es ist nachgewiesen, dass viele Eltern >beide Teile!< Jungen für intelligenter halten als Mädchen und sie danach behandeln)

Wird einem Kind nämlich suggeriert, dass seine Leistungen auf “natürliche Begabung” zurückzuführen sind, strengt es sich in der Folge weniger an (betrifft viele Jungen). Wird dem Kind hingegen suggeriert, dass seine Leistung auf konsequentes Lernen zurückzuführen ist, wird es bereitwilliger und motivierter lernen (betrifft viele Mädchen).

Manche Jungen sehen aus ihrer Sozialisation heraus Lernanstrengung als Beweis für das Fehlen natürlicher Begabung, die sie gern für sich in Anspruch nehmen. Fleiß gilt ja als eine Sache für Mädchen. So strengen sich Mädchen also im Schnitt stärker an als Jungen – und erzielen damit bessere Erfolge. Und die Jungen stehen sich mit ihrer Selbstgefälligkeit für bessere Lernerfolge selbst im Wege.

Sind das denn wirklich faule Jungen? Nein! Aber richtige Förderung muss her!

Hier genau setzt das Konzept von Zentral-lernen im Hintergrund an. Dadurch dass die Kinder erleben, dass man durch gezieltes “Lernen lernen” danach leichter, besser und erfolgreicher lernt, steigen Motivation und Erfolg. In dem beschriebenen Rollenbild profitieren die Mädchen, weil das neue Lernen viel weniger Mühe bedeutet und besser funktioniert – die Jungen empfinden sich weniger mühen zu müssen als Erleichterung und gehen motivierter mit.

  • Der Mythos, dass Mädchen Mathe und Naturwissenschaften “schlechter können”, ist einfach falsch

Mädchen sind nämlich in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern ähnlich gut wie Jungen, mögen sie aber weniger und studieren sie seltener. Hier “hilft” den Jungen ggf. Ihr Selbstbild: sie vertrauen darauf, Aufgaben bewältigen zu können, auch wenn sie ihnen Schwierigkeiten bereiten (Pisa-Gender-Studie 2009).

  • Jungen müssen mehr Leistung bringen, um die gleichen guten Noten oder eine Gymnasialempfehlung zu bekommen (fleißige Jungen?)

Diese Erkenntnis ist schon lange und breit belegt, aber ihre Ursachen sind nicht eindeutig erklärt. Dass eine “Feminisierung” der Erziehung von Jungen der alles erklärende Grund ist, wird so rigide nur von wenigen behauptet. Allerdings ist zu beachten:

a – Gerade bei Alleinerziehenden fehlt für Jungen oft der “Vater” bzw. ein männliches Pendant als Identifikation und positives Rollenbild.

b – Die öffentlichen Erziehung, da sind sich Bildungsforscher und Praktiker einig, ist in Deutschland weiblich geprägt, insbesondere bei der frühkindlichen Erziehung in Kitas mangelt es meist an einem positiven Gegenüber gleichen Geschlechts.

c – Hirnforschung und die Erkenntnisse zur kindlichen Entwicklung belegen, dass der Grundschulalltag besondere Erschwernisse für die “Natur” von Jungen bedeutet.

d – Auch wird allgemein nicht in Abrede gestellt, dass eine wachsende Zahl von Lehrerinnen eine Ausrichtung des Unterrichts an Eigenschaften und Bedürfnissen von Mädchen vollzieht.

e – Niemand wird bestreiten, dass Jungen “schwieriger zu führen” sind als Mädchen (manche Eltern atmen sogar dankbar auf, wenn Fachleute stark pubertierenden Jungen eine Wahrnehmungseinschränkung der Realität bis hin zu momentaner Unzurechnungsfähigkeit bescheinigen). Für eine Lehrkraft wiederum bedeuten “schwierige Kandidaten”, “Störer” und “freche Jungen” eine Arbeitserschwernis, die die Sympathiewerte senkt, den Umgang miteinander angespannter gestaltet. Gerade “schlechtes Benehmen” können Jungen bisweilen gut.

Keine noch so gute pädagogische Ausbildung kann so etwas ausgleichen. Erfahrungen zeigen, dass “Förderung” bei Jungen wirksam wird durch ein entspanntes partnerschaftliches Verhältnis und intensiveren Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften. Grundlegender Wandel zu beidem ist in unserem Bildungssystem nicht realistisch zu erwarten.

  • Ausschluss durch “bildungsferne Herkunft”?

Lassen Sie mich mit einer Bemerkung zu allgemeinen Bildungschancen abschließen. Zu oft fallen da nahezu stammtischhaft Begriffe wie “Migrantenfamilien” oder “bildungsferne Familien” – und jeder denkt sich dazu, was er will.

Niemand kann oder will bestreiten, dass ein Familienumfeld mit prekären finanziellen Verhältnissen, geringer Eltern-Bildung, geringen Deutschkenntnissen, Lebensregeln aus einem anderen kulturellen Hintergrund usw. KEINE guten Voraussetzungen sind für einen guten Bildungserfolg der Kinder in Deutschland.

Aber auch vor solchen Hintergründen gibt es selbstbewusste, aufstiegswillige und lernfähige Jugendliche und deren Unterstützung durch die Eltern. Im weltweiten Vergleich hat die OECD festgestellt, dass ein Drittel der sozial benachteiligten Jugendlichen genug Selbstbewusstsein und Willensstärke besitzt, um sich nicht unterkriegen zu lassen. In vielen Ländern beträgt der Anteil ca. 35%, im OECD-Durchschnitt 31%. In Deutschland dagegen sind laut OECD etwa 22 Prozent der Risikoschüler dieser Gruppe willensstarker Jugendlicher zuzurechnen.

22% – das ist jedes 4. oder 5. aus den Kindern mit ungünstigen Voraussetzungen für guten Bildungserfolg !

 22% der Kinder sind aus sich heraus gut motiviert. Da verbietet es sich doch, abfällige Bemerkungen zu machen.

Diese Kinder brauchen vielleicht nur noch motivierende Anstöße, um erfolgreiche Selbstläufer im Bildungssystem zu werden. Zugegeben: Für den Rest ist eine bessere Bildungs- und Sozialpolitik in unserem Land gefordert.

 Zentral-lernenist ein fachlich geeignetes Werkzeug für gute Lernerfolge. Die Techniken finden Eingang in LernCoachings und in Lerntherapien nach § 35a SGB VIII, auf die ein Rechtsanspruch besteht, wenn ein Kind Teilleistungsstörungen im Bereich Lesen, Schreiben (Lese-Rechtschreib-Störung/Legasthenie) oder in erheblichem Maße Rechnen (Dyskalkulie) offenbart.

Wie lerne ich richtig?

Wie lerne ich richtig

- eine Frage, die häufig in der Schullaufbahn nicht tiefgehend gestellt und erst recht nicht beantwortet wird.

Dabei ist es doch so wichtig – ist nicht das “Lernen lernen” die entscheidende Kompetenz, die über Erfolg und Misserfolg in allen anderen Fächern entscheidet? Umso unverständlicher bleibt, warum nicht Bildungskonzepte umgesetzt werden, bei denen engagierte und fähige Gehirnforscher mitwirken und helfen können, die Schule von morgen nach den Erkenntnisse von heute zu formen. Stattdessen werde Lehrpläne nicht angepasst, beinhalten teilweise noch Strukturen aus der Kaiserzeit (ich wünschte, das wäre ein Scherz!!!)

Wenn ich mir also nun die Frage stelle: “Wie lerne ich richtig?” habe ich zumindest schon einmal damit angefangen, mir im Klaren zu sein, dass meine aktuelle Lernfähigkeit nicht das Optimum darstellt, was offensichtlich an Erkenntnissen über die Einspeicherungen in unser Gedächtnis bisher verfügbar ist.

Leute, die das Lernen und die heutigen Erkenntnisse darüber revolutioniert haben sind unter anderem Vera F. Birkenbihl, Tony Buzan, Paul Scheele, Dr. Gunther Karsten, Gregor Straub, Chrisiane Stenger und etliche andere Leute, die es auch schaffen, massenwirksam Techniken zu verbreiten, die einem das Lernen weitaus einfacher werden lassen. Auch diese Ikonen waren einmal an dem Punkt, dass sie sich fragten: Wie lerne ich richtig – und haben dann ihre eigenen Theorien und Antworten entwickelt.

Doch kann man nun sagen, dass es genau die eine Lerntechnik gibt, die für alle besonders gut ist? Mit Sicherheit nicht, jedoch sollte jeder Lernwütige auch darauf bedacht sein, einer Lerntechnik auch eine Chance zu geben. So kann es durchaus sein, dass Mind-Mapping vielleicht nicht für Jedermann eine sinnvolle Technik darstellt, sich Lernstoff längerfristig zu behalten, jedoch ist es durchaus sinnvoll einer solchen Technik, die bereits Millionen von Anwendern begeistert erst einmal zu lernen und auszuprobieren. Bestenfalls natürlich unter Anleitung von jemandem, der sich nicht nur mit dieser Technik auskennt, sondern jemand, der diese Technik auch für sich und sein tägliches Leben anwendet. Und hier bekommt leider die Schule auch wieder Minuspunkte. Zwar werden immer mehr Mind-Maps im Unterricht angeboten, Lehrer zeichnen sie vielleicht sogar mit den Schülern zusammen. Warum bleibt dann nichts bei den Schülern von dieser Technik haften? Natürlicht weil die Lehrer selbst diese Technik nicht dauerhaft und selbstveständlich einsetzen, sondern einen künstlichen Rahmen schaffen um moderne Unterrichtsmethoden anzuwenden. Falls ich jetzt hier engagierten Lehrern etwas unterstellt, möchte ich mich bei diesen in aller Form entschuldigen – bin jedoch felsenfest auf Grund zahlreicher Erfahrungen davon überzeugt, dass es beinahe immer zutrifft.

Dann gibt es einige weitere Lerntechniken, die unabdingbar in den Unterricht gehören. Die wichtigste Technik sollte hier mit der Schlüsselwort-Methode benannt werden – die kein einziger Fremdsprachenlehrer zu kennen scheint. Wie lerne ich richtig, wenn ich zwar von Experten umgeben bin, die mir aber keine handhabbaren Techniken präsentieren?

Meine Einladung ist, den ZENTRAL-lernen-Kurs zu besuchen und dort alle wichtigen Techniken und Strategien zu erlernen, die es für den Schulalltag braucht. Wenn ich allen Anforderungen von meinem Rüstzeug her gewachsen bin, werden auch die Erfolge nicht ausbleiben, sondern sich wie von Wunderhand von selbst einstellen.

Zusammenfassend kann man nur sagen: Wie lerne ich richtig? Mit den richtigen Lerntechniken und der richtigen Strategie. Lassen Sie sich von einem Experten diesbezüglich beraten.

Schach und Lernen – Im Bereich Mathematik noch unterschätzt!

Schach und Lernen – was hat das miteinander zu tun ?

„Spaß“, werden vielleicht die Schachspieler jetzt innerlich ausrufen – aber darum geht es (jetzt) nicht (nur). Unser Thema ist ja das Lernen mit all seinen Facetten. Glauben Sie’s oder nicht – das Schachspielen hat auch mit dem Lernen zu tun. Wie?

 Ich fange mal „von oben an“:

- Die Tatsache, dass Schach in fast 30 Ländern der Welt als ein grundsätzlich erforderlicher Lernplaninhalt von Schulen gesehen wird, dürfte Sie (wie mich) überraschen.

- Tatsächlich gibt es Schulversuche in mehreren Ländern, aber NICHT EIN EINZIGES Ergebnis, das dem Schachspiel KEINE positiven Wirkungen auf den Entwicklungsprozess von Kindern bescheinigt, stattdessen

  • Doppelt so große Fortschritte bei Dritt- bis Fünftklässlern in Mathematik und Lesen

  • Erhöhte Fähigkeiten zum Verständnis und zur Lösung mathematischer Fragestellungen

  • Verbesserungen bei räumlichem Vorstellungsvermögen, Zahlenverständnis und im sprachlichen Bereich

  • Positive Effekte auf Motivation und schulische Leistungen im Allgemeinen

  • Ein Anreiz im Grundschulalter zur Beschleunigung eines IQ-Zuwachses

  • Besseres Erfassen komplexer Zusammenhänge, in Mathematik und Naturwissenschaften

Auch in Deutschland gibt es einen wissenschaftlich ausgewerteten Schulversuch („Trierer Studie“, 1 Stunde pro Woche statt Mathematik), der zu folgenden Erkenntnissen kommt:

  • Schach steigert die Wahrnehmungsfähigkeit

  • Schach steigert die Konzentrationsfähigkeit

  • Vor allem lernschwache Schüler profitieren vom Schach

  • Vor allem Erst- und Zweitklässler verbessern ihre Denkleistungen

  • Dritt- und Viertklässler machen Fortschritte im psychosozialen Bereich (Verhalten untereinander, Selbstbewusstsein)

In Berlin gibt es erste, einzelne Schulinitiativen, das Schachspiel in den Schulen zu lernen und auszuüben. Dass Schach und Lernen zusammenpassen, wird immer mehr untermauert. Wenn also Schach eine Ergänzung für den Mathematikunterricht bietet, so sollte auch das Lernen lernen letztlich vom Schachspielen profitieren können.

„Soll mein Kind nun auch noch Schach spielen ?“

Nein, Ihr Kind soll nicht – aber vielleicht „will“ es ja oder interessiert sich schon dafür?

In dem Fall habe ich mich entschlossen, in oder durch meine Praxis Möglichkeiten dafür anzubieten, was ich auch nur deshalb kann, weil ich einen begeisterten Schachlehrer kennen gelernt habe, der das Schachspiel ohne finanzielle Interessen lehrt.

Sollten sich also Interessenten melden, dann werden wir Lehr- und Übungstermine schaffen, wo Spielbretter vorhanden sind. Nehmen Sie ohne Scheu Kontakt auf!

Finden Sie nicht auch? : Schach spielen zu können ist eine der kulturvollsten, nettesten und sozialverträglichsten Fähigkeiten für das ganze Leben. – Schach geht „immer“ und „überall“. Und: Schach und Lernen… das passt zusammen.

Kinder brauchen Bildung, keine Ausbildung

Kinder brauchen Bildung, keine Ausbildung

- Nehmt den Turbo raus…

So titelte der “Tagesspiegel” am 23. April 2013 und folgte damit einer Berichterstattung in der “Zeit” zwei Wochen zuvor zu Richard David Prechts neuem Buch “Anna, die Schule und der liebe Gott”. Ansonsten folgte im Text eine kritische Kommentierung, die man auch als Verriss bezeichnen könnte.

Ich meine, das ist nicht ganz fair. Wer die zuvor erschienenen Bücher des Publizisten und Philosophen gelesen hat und schätzt, der weiß, dass dieser Mann mit seinem Wissen und seiner skalpellartig scharfen Intelligenz zum “Vordenker” taugt. Und er hat klipp und klar erklärt, dass er sich im verhärteten und trägen deutschen Bildungswesen eine Revolution wünscht, deren nötige Diskussion er – durchaus mit provozierenden Ideen – anstoßen will (Zeit-Artikel).

Dazu beschreibt er im ersten Teil unser Bildungssystem, das er kritisiert, sehr genau. Seine Kritik kann in der Behauptung zusammengefasst werden, dass all das konzeptlose Stückwerk und Herumgewurstel mit sogenannten Reformen “unser Bildungssystem dem Maßstab der ökonomischen Nützlichkeit und Beschleunigung” ausliefert.

Es braucht nur die Gedanken an das Turbo-Abitur (nach 12 Schuljahren, G 8) ohne Korrektur des Lernstoffs und die Aufgabe unserer differenzierten und weltweit geschätzten Studienabschlüsse zugunsten oft halbgarer Bachelor- und Master-Zertifikate, um der Kritik Prechts im Grunde folgen zu können.

Der Tagesspiegel fasst zusammen: Precht rechnet mit dem gesamten gegenwärtigen System ab – “mit dem dreigliedrigen Schulsystem, den überflüssigen Stoffmengen, der ‘Bulimie-Lernerei’ der Schüler (schnell Wissen anfuttern, es ausspeien und danach sofort vergessen), den fehlenden Vewrmittlungsfähigkeiten der Lehrer, dem Noten-Bewertungssystem, der 45-Minuten-Schulstundentaktung, den kasernenartigen Schulgebäuden (deren Baufälligkeit und Heruntergekommenheit vielerorts er gnädig ignoriert), der Lehrerausbildung, der zunehmenden Anzahl von Privatschulen, Pisa, G 8 etc. … Die Verbesserungen, die es hie und da gegeben hat, von Angeboten wie ‘Lernen lernen’, Kreativ-AGs und interdisziplinären Projekten sind für ihn nur ‘neue kleine Anbauten an ein marodes Gebäude’ “.

Das scheinen harte Worte, aber natürlich ist es so, dass die ergänzenden Angebote wie beispielsweise “Lernen lernen” und mein Kurs-Angebot von ZENTRAL-lernen eben Ergänzungen im derzeit bestehenden System sind, um Kinder mit zusätzlichen grundlegenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ansätzen auszustatten, damit sie sich in diesem unseren Bildungsalltag leichter und nachhaltig erfolgreicher positionieren können. Wenn sie Kinder danach effektiver lernen, mehr behalten und mehr Zeit übrig behalten, dann sind wir wesentlichen Stressfaktoren unseres Bildungssystems tatsächlich erfolgreich begegnet. Und darum geht’s (mir).

Ich zitiere noch einmal aus dem Tagesspiegel: ” Es muss nicht immer alles beim alten Schlechten bleiben. Man will die eigenen Kinder nicht fit für den Weltmarkt machen. Und man will ihnen heutzutage auch nicht weismachen, ‘durch die Schule irgendwie durchzumüssen’. Bloß weil man selbst mal mehr, mal weniger unbeschadet durchgekommen ist.”

Und Precht: “Jugendliche, die mit siebzehn Jahren Abitur machen und nach einem Schnelldurchgangsstudium ihren Bachelor-Abschluss mit zwanzig in der Tasche haben, sind für keine einzige Management-Position ernsthaft zu gebrauchen. In ihrem Lebenslauf ist alles weggelassen, was ein Leben erst rund und komplex macht. Die Ausbildung hat die Bildung ersetzt. Zur Persönlichkeit jedoch kann man sich nicht ausbilden, nur bilden.”

Und damit Bildung leichter und individueller (vielleicht auch kritischer) gelingen kann, gibt es Unterstützungen wie ZENTRAL-lernen.

Lerntyp – wie man besser lernt

Lerntypen – welche gibt es und wie findet man seinen eigene heraus?

Welcher Lerntyp bin ich? Diese Frage wird immer häufig gestellt. Wie kann ich meinen eigenen Lerntyp herausfinden und wenn ich das weiß, welche Möglichkeiten bieten sich dann für mich?

Bei Lerntypen unterscheidet man vorrangig in den visuellen, den auditiven und den motorischen Lerntyp.

Um den eigenen Lerntyp zu ermitteln habe ich einen eigenen Lerntypentest auf der Seite von ZENTRAL-lernen zur Verfügung gestellt. Mit der Beantwortung einiger Fragen zu bestimmten Ansätzen kann überschlägig der eigene Lerntyp bestimmt werden.

Visuelle Lerntypen

Kennzeichen des visuellen Lerntyps sind das schnelle Einprägen von Bildern und Diagrammen, die Fähigkeit mit Lesestoff verständnissicher und souverän umzugehen, sich den eigenen Lernstoff bildlich aufzubereiten.
Der Einsatz von Textmarkern ist für den visuellen Lerntyp besonders hilfreich, da dann optisch wichtige Dinge hervorgehoben werden können.
In Lerntrainings kann für den visuellen Lerntyp besonders wichtig sein:
- wie mache ich mir Notizen, dass sie auch optisch ansprechend und einprägsam sind
- welche Lernmaterialien sich besonders gut eigenen
- wie trenne ich Wichtiges von Unwichtigem (optisch und inhaltlich)
- wie kann ich meine Lerneinheiten optimal planen
- welche Gedächtnistechniken können mir weiterhelfen
- Visualisierungsübungen für lerntypengerechtes Lernen

Auditive Lerntypen

Der auditive Lerntyp kann sich Inhaltebesonders gut im Dialog oder über das Hören allgemein erschließen. Außerdem ist Arbeitsweise des auditiven Lerntyps ser sequentiell, d.h. er erledigt seine Aufgaben Schritt für Schritt. Reihenfolge ist hier besonders wichtig. Entsprechend sollten Lerneinheiten auch besonders gut durchgeplant werden.
In Lerntrainings kann der auditive Lerntyp erfahren,
- welche Lernstrategie besonders gut auch für das Sprechen wirkt
- wie Lerneinheiten optimal geplant werden können
- wie sich Lerntechniken so anpassen lassen, dass auch die auditive Komponente berücksichtigt wird
- welches Wiederholungsschema dafür sorgt, dass Inhalte langfristig abgespeichert werden können

Motorische Lerntypen

Der motorische Lerntyp kann sich Lerninhalte besonders gut einprägen, indem er Dinge im wahrsten Sinne des Wortes begreifen kann. Auch können nachgespielte Handlungen sinnvoll sein.
In Lerntrainings erfahren motorische Lerntypen,
- welche Möglichkeiten es gibt, beim Lernen motorisch tätig zu werden
- was das Begreifen erleichtert
- welche Hilfsmittel besonders hilfreich sind

Was neben der Berücksichtigung des Lerntyps noch wichtig ist

Um den eigenen Lernstil zu entwickeln, ist es unabdingbar, dass der eigene Lerntyp dabei berücksichtigt wird. Die Lerntypen sind häufig jedoch auch nicht ganz eindeutig, so dass es viele Mischformen gibt und nicht nur eine Ausprägung berücksichtigt wird. Da unser Gehirn grundsätzlich Informationen sinnesspezifisch (also unter der Verwendung aller unserer zur Verfügung stehenden Sinne) abspeichert, sollte ohnehin nicht nur auf einem einzigen Sinneskanal isoliert gearbeitet werden. Vielmehr ist es (im wahrsten Sinne) sinnvoll, eine Kombination der Sinne zu nutzen, um maximale Ergebnisse zu erzielen.
Das berücksichtigt auch eher die Benutzung beider Gehirnhälften. Denn häufig ist durch Art und Umfang unserer Aktivitäten eine Gehirnhälfte dominant. Wird die andere Gehirnhälfte nicht genutzt, so verschwenden wir dieses Potenzial und bleiben hinter unseren Möglichkeiten zurück. Neben den Lerntypen sollte also auch noch berücksichtigt werden, möglichst Sinn-voll zu arbeiten, sondern auch die Funktionen beider Gehirnhälften zu nutzen. Zur Aktivierung beider Gehirnhälften gibt es aus der Kinesiologie viele hilfreiche Techniken. Die einfachsten Techniken sind Überkreuz-Bewegungen. Werden diese für einige Minuten ausgeführt, sind linke und rechte Gehirnhälfte gleichermaßen aktiv und können besser für das Lernen genutzt werden.

Das Lernen lernen ist also weitaus vielschichtiger, als man erst denkt. Auf Grundlage der aktuellen Lern- und Gehirnforschung kommen jedoch immer wieder neue Aspekte auf, die es für ein effizientes Lernen braucht. Mit der richtigen Strategie und einigen Lerntechniken sollte dem Erfolg in der Schule jedoch schon bald nichts mehr im Wege stehen.

Entscheidungen im Gehirn = Freier Wille?

Entscheiden wir frei oder sind Entscheidungen im Gehirn schon vorab getroffen?

Im Berliner Tagesspiegel vom 13.3.2013 gab es dazu einen Artikel mit dem Untertitel „Wer bestimmt, was wir tun und lassen? Das Hirn? Der freie Wille? Oder ist das alles eins?“

In der Tat ist das ein Thema, mit dem wir uns im Alltag eigentlich nicht beschäftigen (müssen). Weil wir täglich und immer präsent sind und es neben unserem konkreten Tun auch immer andere Möglichkeiten gäbe, glauben wir von uns, dass unser Verhalten auf unser Wollen und Entscheiden zurückgeht, unserem „freien Willen“ entspricht.

Die Hirnforschung hat da allerdings inzwischen wahrhaft „richtungsweisende“ andere Erkenntnisse. Sie kann nachweisen, dass im Gehirn unserem Entscheiden oder Handeln Sekunden vorher ein Impulsbündel vorausläuft. Und wo man diese Impulse schon genau analysieren kann, kann man unsere Reaktion bereits im voraus lesen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass unser Wille nur wollen kann, was das Gehirn vorher entschieden hat. Wir sind auch nicht die „Autoren unserer Gedanken“, sie tauchen aus dem Nebulösen auf und drängen sich in das Bewusstsein.

 Das muss uns aber keineswegs an uns selbst zweifeln lassen. Schließlich enthält unser Gehirn alle Spuren, die wir durch Erleben, Erfahrungen, Beobachtungen, all unsere Sinne und Erinnerungen als „Wissen“ hineingetragen haben. Unser Gehirn speichert, was es bekommen kann, es lernt, weil es gar nicht(s) ander(e)s kann. Jede Information hinterlässt eine Spur im Gehirn. Sie bleibt fein und zart, wenn die Wahrnehmung zunächst bedeutungsschwach ist. Aber schon die Zahl solcher Wiederholungen entscheidet darüber, wie sehr sich der Eintrag verfestigt und verdeutlicht. Um ein Bild zu benutzen: das geht von Fußspuren zu Trampelpfaden, zu Wegen, zu Straßen, zu Autobahnen. Und wo es kann, verknüpft das Gehirn verschiedene Sinneseindrücke bei einer Information.

 Kurz und gut: Wir sind, was und wie unser individuelles Gehirn konditioniert ist. Jedes Gehirn ist ein Unikat und funktioniert letztlich einzigartig und speziell. Wir sind unser Gehirn (So auch Manfred Spitzer in seinen Vorträgen und in seinem Buch “Digitale Demenz” wortwörtlich!).

 Je deutlicher die Spuren sind, desto schneller, klarer und „sicherer“ reagiert das Gehirn auf einen wiederkehrenden Impuls. Das wird deutlich, wenn wir beispielhaft an Dinge denken wie das Erlernen eines Instruments, Fahrrad- und Autofahren, Maschineschreiben, sportliche Übung bzw. Tanz, ja das Sich-Bewegen überhaupt. Fest eingeübt werden sie nicht nur verzögerungs- und nachdenkensfrei durchgeführt – wir sind auch in der Lage mehrere Prozesse gleichzeitig und unabhängig durchzuführen wie z.B. das Laufen und dabei sprechen/hören/woanders hinschauen/telefonieren/nachdenken. Was wir da bewusst tun wird im Unterbewusstsein routiniert und selbstverständlich gesteuert. Alle Details im einzelnen bewusst zu steuern wäre unmöglich. So werden auch Entscheidungen im Gehirn bereits im Vorfeld getroffen.

 Und weil das alles genau so funktioniert, ist es schlicht nicht egal, welche Erfahrungswelt zu den Einspeicherungen führt. Es ist ganz entscheidend, womit sich kindliche Gehirne während der Entwicklungsjahre beschäftigen, wenn all die Spuren und Strukturen im Gehirn angelegt werden.

Ein „Üb’-Aug’-und-Hand-Effekt“ wird auch bei Computerspielen oder dem Daddeln an Spielkonsolen eingeübt, aber wie nützlich ist der wirklich? Über die inhaltlichen Qualitäten sage ich mal nichts, aber welche „Wenn-dann-Konsequenzen“ werden da erlernt und für Routinen angelegt? Soziale Kompetenzen = Fehlanzeige, soziale Interaktion = wo und wie denn? Hier wird deutlich, dass dauerhafter Fernsehkonsum noch ärmer ausfällt. Man muss sich buchstäblich „kein eigenes Bild machen“, weil die Bilder auf die Nutzer einprasseln, für Fantasie und Kreativität ist weder Zeit noch Raum. Diese Reizüberflutung in sämtlichen digitalen Medien scheint nicht nur Fantasie und Kreativität abzulösen, sondern macht uns auch abhängiger nach immer mehr solchen Reizen. Der Kontrast zu anderen Beschäftigungsformen wird radikaler. Dabei geben uns die digitalen Medien viele Entscheidungen bereits vor. Entscheidungen im Gehirn werden zumindest von der Werbeindustrie schon im Vorfeld für uns getroffen. Wie viel davon wollen wir uns gefallen lassen?

Freude am Lernen – Wie es geht

Freude am Lernen ist machbar – warum tun wir’s nicht?

Ich fange mal wieder mit der Gehirnforschung an. Sie hat nachgewiesen: Wenn unser Gehirn mit Freude lernen und arbeitet, ist das Belohnungszentrum eingeschaltet, der Lern-Turbo – wir lernen besser und nachhaltiger.

Deshalb wäre es so wichtig, dass unsere Kinder in der Schule, und gleich von Anfang an, Freude empfinden. Der Schulalltag bedeutet Umstellung und Selbstdisziplin. Jedes Kind begegnet dem Neuen der Schule mit (Neugier und) einer gewissen Verunsicherung. Wie wird es sein? Werde ich alles können? Bin ich so gut wie andere?

Eine erfolgreiche Pädagogin (siehe weiter unten) hat ihr Tun so beschrieben:

„Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag immer darauf, dass die Kinder … positive Überzeugungen über sich selbst gewannen, die ihnen viel Kraft und Motivation gaben. Ich bemühte mich, jedem Kind stets solche Fragen zu stellen, die es zwar forderten, aber von ihm richtig gelöst werden konnten, sodass alle Kinder Erfolgserlebnisse hatten. Es muss gelingen, dass sich Kinder als fähig erleben. Sie lieben es, wenn das Beste aus ihnen herausgeholt wird, und sind dann auch bereit, engagiert mitzumachen.

… Sobald es gelingt, dass Beschäftigung mit Dingen für Kinder leicht ist, und das heißt in erster Linie stress- und angstfrei, taucht die Freude daran von ganz allein auf.“

Auch der Lehrer hat es leichter und „kommt besser durch“, wenn die Kinder mit Freude am Lernen dabei sind. Je besser „es flutscht“, desto mehr Gelegenheit bleibt für individuelle Betreuung. Wir können das von außen unterstützen. Eltern können eine gute Grundstimmung zur Schule herstellen und sollten viel mit dem Kind entspannt über die Schule reden. Wenn sie über das sprechen, was in der Schule Thema ist, verfestigen sie das Verstehen durch die Wiederholung, ohne mit „Üben“ zu nerven. Und wenn sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind auf Distanz zur Schule geht, sein Interesse nachlässt – lassen Sie sich vielleicht von einem LernCoach oder Lerntherapeuten beraten. Es geht ja nicht gleich um dauerhaftes Eingreifen, vielleicht nur um eine Kurskorrektur oder Initialzündung. Kleiner Aufwand – große Wirkung.

Die Pädagogin berichtet weiter, wie auch Eltern Veränderungen an ihren Kindern und deren wachsende Freude am Lernen wahrnehmen:

„Eine Mutter erzählte, dass ein Kind seit Wochen nicht mehr gesagt hat, es sei dumm, eine andere teilte mit, ihr Kind würde sich jetzt bei Mathematikaufgaben nicht mehr von vornherein verweigern, sondern sie so beginnen, wie alle anderen Hausaufgaben auch. >Mein Sohn wünscht sich zum Geburtstag einen Duden, was haben Sie nur mit ihm gemacht?< >Meine Tochtermacht die Hausaufgaben nun ohne Streit, anschließend wiederholen wir noch gemeinsam – unser Familienleben ist viel friedlicher und harmonischer geworden.< >Meine Tochter ist heute Morgen um halb sechs aufgestanden, weil sie noch an ihrem Heft arbeiten wollte. Das hat sie bislang noch nie getan.< >Mein Sohn will unbedingt einen Büchereiausweis, damit er für das Heimat- und Sachunterrichtsthema forschen kann, dabei hatte ich bisher größte Schwierigkeiten, ihn zur täglichen halben Stunde Lesen zu motivieren. Und diese Freude … ist der Motor für Anstrengungsbereitschaft, die Kinder dann auch dazu bringt, langfristig an einer Sache dranzubleiben, sich mit ihr auseinanderzusetzen und Misserfolge auszuhalten.“

Die Pädagogin Sabine Czerny hat ein viel beachtetes, gutes Buch geschrieben: „Was wir unseren Kindern in der Schule antun: … und wie wir das ändern können“, Heyne 2012, 395 S., 9,99.- €. Die Dicke des Buches sollte empfehlen, dass man gern liest. Sie bespiegelt die Schulpraxis aus vielen Blickwinkeln, was nur vordergründig wie Wiederholung aussieht. Und sie erklärt auch wissenschaftliche Grundlagen. Dass ihre Erfahrungen in Bayern spielen, macht das Buch nicht speziell – die Repressalien, die sie dort erlebt hat, vielleicht schon.

 

Schlaf und seine Bedeutung für Gedächtnis und Lernen

Schlechter Schlaf, schlechtes „Lernen“

 Inzwischen finden Erkenntnisse der Hirnforschung eine breitere Aufmerksamkeit, auch eine größere Verbreitung. (So im Tagesspiegel vom 28.1.2013, S.22 „Schlechter Schlaf, schlechte Erinnerung“).

 Die Hirnforschung weiß schon länger, dass der Schlaf von entscheidender Wichtigkeit ist, Erlebtes = Erlerntes zu speichern. Das geschieht eben nicht, wie man vielleicht zu Großmutters Zeiten dachte, durch das Lehrbuch nachts unter dem Kopfkissen. (Jedenfalls nicht, wenn man vorher nicht darin gelesen hat!)

Positiv für einen Lernerfolg ist, dass man einen Lernvorgang möglichst nicht mit einem anschließenden Reiz-Trommelfeuer auf das Gehirn abschließt. Erlerntes muss im Gehirn „Spuren“ bilden und Wachstumsprozesse (der Synapsen) auslösen. Es leuchtet ein, dass das weniger gut geschieht, wenn man die Prozesse stört, während man ein anderes Reizgewitter folgen lässt. Es sollten also direkt auf die Lerneinheit folgende Fernseh- und Computerspiel-Zeiten noch etwas verschoben werden. Entspannung und „Ruhe“ oder auch sportliche Aktivitäten sind da wirkungsvoller und fördern ein gesundes Lernen.

Was mit dem aktiven Lernen zunächst im Kurzzeitgedächtnis gelandet ist, muss nachfolgend ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Auch wenn man es vielleicht nicht vermutet: man lernt viel im Schlaf.

 Normalerweise verbringt man etwa ein Viertel der Nacht im Tiefschlaf. In dieser Phase werden vermehrt langsame Gehirnströme geschaltet, die den Wechsel ins Langzeitgedächtnis zu bewirken scheinen. Deren Produktion nimmt im Alter ab, die Tiefschlafphasen werden verkürzt. Die neuesten Untersuchungen gehen nun davon aus, dass bei schlechtem bzw. zu kurzem Tiefschlaf die Erinnerungen länger im Kurzzeitgedächtnis bleiben und teilweise „überschrieben“ werden, bevor sie abgespeichert sind.

Den Schlafphasen ähnliche Prozesse werden angestoßen, wenn eine bilaterale Stimulation erfolgt, also die linke und rechte Gehirnhälfte aktiviert wird. Dies kann beispielsweise über bestimmte Musik, wie der wingwave-CD, geführten Augenbewegungen wie beim wingwave-Coaching oder durch bestimmte Bewegungen ausgelöst werden. Besonders zu benennen sind die sogenannten BrainGyms der Edu-Kinesiologie.

Schlafmangel und häufig gestörter Schlaf verursachen also schlechtes Lernen und weniger Erinnerungsvermögen. Ausreichender Schlaf und wenig Aufregung vor der Schlafenszeit verbessern also die Gehirnleistungen. Das sollten Eltern bedenken, wenn sie die Abend- und Einschlafrituale ihrer Kinder organisieren.